Unter Aufkohlen versteht man die Zufuhr von Kohlenstoff, wenn ein Stahl unter 0,2 % C enthält. Aus einer kohlenstoffhaltigen Ofenatmosphäre diffundiert Kohlenstoff in die Oberflächenbereiche eines Werkstücks und macht es damit dort härtbar.Der große Vorteil besteht darin, dass beim Abhärten nur die Oberfläche gehärtet wird, nicht aber der Kern des Bauteils. Die oft vorteilhafte Zähigkeit im Kern bleibt erhalten. Dieses Verfahren wird auch als Einsatzhärten bezeichnet.
Einen weiteren Vorteil bietet ein Prozess, der unter dem Begriff "Blindhärten" bekannt ist. Bereiche, die nicht gehärtet werden sollen, werden spanabhebend bearbeitet, die mit Kohlenstoff angereicherte Schicht wird abgetragen. Beim anschließenden Härteprozess werden diese Bereiche nicht hart.
Zum Aufkohlen stehen bei H+W 5 Mehrzweckkammeröfen zur Verfügung, für große Abmessungen und große Volumen kommen 2 Topföfen zum Einsatz. Hier können Bauteile bis 1,2m Durchmesser, 2,5m Länge und ca. 6 Tonnen Gewicht mit Kohlenstoff angereichert werden.