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Primär/Sekundärhärten von Werkzeugstählen

Im Allgemeinen gilt:

Beim Anlassen nach dem Härten verlieren Stähle abhängig von der Anlasstemperatur etwas Härte und gewinnen Zähigkeit. Je höher die Anlasstemperatur, umso höher ist der Härteabfall und der Gewinn an Zähigkeit.

Lässt man Werkzeugstähle im niedrigsten möglichen Temperaturbereich zwischen ca. 80 – 200 °C an, um den Härteabfall in Grenzen zu halten, spricht man vom sogenannten Primärhärten.

Bestimmte Stahlsorten, insbesondere solche mit min. 0,8 % C und höheren Gehalten der Legierungselemente Chrom (Cr), Molybdän (Mo), Vanadium (V) und/oder Wolfram (W) erreichen beim Anlassen im Temperaturbereich von 450 – 550 °C eine sogenannte Sekundärhärte, welche die Martensithärte nach dem Abhärten sogar übersteigen kann. Grund dafür ist die Ausscheidung von Sonderkarbiden und die Umwandlung von Restaustenit in Martensit.

Entsprechend der Empfehlungen der Stahlhersteller können Werkzeugstähle nun in drei Gruppen eingeteilt werden:

1) Stähle, die nur primär gehärtet werden

2) Stähle, die nur sekundär gehärtet werden

3) Stähle, die sowohl primär, als auch sekundär gehärtet werden können (z.B. 1.2343, 1.2344, 1.2379)

Für die 3. Gruppe fehlt oft die Information, ob eine Primär- oder eine Sekundärhärtung gewünscht wird. Ob eine Primär- oder Sekundärhärtung gewählt werden sollte, hängt hauptsächlich von der Weiterverarbeitung (Erodieren, Beschichten, …) der Bauteile ab.

Unsere Bitte an unsere Kunden:

Geben Sie bei Werkzeugstählen grundsätzlich auf Ihrem Lieferschein oder Ihrer Bestellung an, ob Sie eine Primär- oder Sekundärhärtung wünschen.

Falls Sie sich unsicher sind, ob primär oder sekundär zu wählen ist, stehen Ihnen unsere Außendienstmitarbeiter:

H. Reinhold Hill (0171 / 54 42 359) und

H. Thomas Sema (0176 / 16 19 10 40)

gerne beratend zur Seite.

 

Hinweise:

  • Falls Sie keine Angabe machen, führen wir bei Stählen der Gruppe 3 eine Sekundärhärtung durch.
  • Dieses Vorgehen werden wir zum 01.10.2016 umsetzen.